Die Werber sind die Sprachverderber!

Interessantes Ergebnis einer im Herbst 2003 durchgeführten Untersuchung über die Aufnahme englischer Werbesprüche durch die Bevölkerung.
Abgefragt wurde, ob die Werbebotschaft voll verstanden wurde bzw. ob die Befragten sie verstanden zu haben glaubten.

Das Ergebnis war bemerkenswert : Die meisten der von der Fa. Endmark in Hamburg, München, Köln und Leipzig befragten 1.104 Personen zwischen 14 und 49 Jahren konnten mit 12 der häufigst verwendeten Werbesprüche („Claims“) wenig anfangen.
Selbst so kurze Aussagen wie „Be inspired“ (Siemens mobile) konnten nur 15% der Befragten richtig übersetzen, weitere 19% glaubten das, lagen aber falsch.
„Every day a good day“ (Mc Donalds) übersetzten immerhin 59 % richtig.
Der Werbespruch der Fa. Douglas „Come in and find out“ hingegen wurde von nur 34% richtig übersetzt („Komm herein und finde es heraus“), sehr viele Übersetzungen lauteten aber auf „Komm herein und finde (wieder) hinaus“.

Erleuchtend die Feststellung der Firma Endmark AG, die selbst den Zusatz „International Namefinding“ führt, und für deutsche Firmen Werbesprüche und Markennamen entwickelt, durch deren Vorstand Bernd Samland : „ Das Ergebnis hat uns selbst überrascht. Es bleibt zu vermuten, daß einige Unternehmen nicht wegen, sondern trotz ihrer englischen Claims in Deutschland Erfolg haben. Auch ist es eher verständlich, wenn Fluggesellschaften sich der internationalen Fliegersprache Englisch bedienen, als wenn das ein Lokalradio tut. Bemerkenswert ist allerdings, dass ein deutsches Unternehmen wie Siemens in Frankreich französisch, in Spanien spanisch, - aber in Deutschland englisch wirbt.“

So sagte es einer, der selbst „im Geschäft“ ist und uns mit überflüssigen Anglizismen begegnet.
Diese Ohrfeige für die Werbefirmen und ihre servilen Firmenkunden und die Bevölkerung die das schluckt sollte laut durch den ganzen Sprachraum schallen.
Übrigens : wer hat da was von „Kaisers neuen Kleider“ gesagt ?
Wer sich am Original ergötzen möchte liest im Internetz unter www.endmark.de/

O.Univ. Prof. Dr. Werner Pfannhauser

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