Es wird uns vielfach nicht bewusst, dass die Übernahme von Anglizismen und ihre nachfolgende „Eindeutschung“ unseren Sprachgebrauch nachhaltig beeinflussen.
Die oft strapazierte Redewendung „es macht Sinn“ ist ein eingedeutschter Anglizismus. „It makes sense“ ist das Original, das Wort für Wort übersetzt wurde. Dabei wurde „vergessen“, dass es im Deutschen „das ist sinnvoll“ oder „das ist sinnlos“ heißt, denn Sinn wird nicht „gemacht“.
Auch manche Worte werden mit einem im Deutschen falschen
Wortsinn übernommen.
Sehr oft liest man von einer Agenda, wenn die Tagesordnung gemeint ist.
Laut Deutsches Wörterbuch Bd. 8 von E. Brenner, Verlag Leitner, Wels, 1949,
heißt Agenda Schreibtafel, Merkbuch; weiters findet sich die Agende =
Gottesdienstordnung.
Administration wird immer mehr schlechter
Sprachgebrauch, wenn die Regierung gemeint ist.
Im Amerikanischen ist die Busch Administration die Regierung Busch.
Administration bedeutet in Deutschen Verwaltung und ist damit ganz etwas anderes
als Regierung.
Beispiele für sinnändernde und entbehrliche Anglizismen.
Vielen Zeitgenossen sind diese Tatsachen überhaupt nicht bekannt und sie übernehmen diese Anglizismen von „Bildungsanstalten“ wie Rundfunk und Fernsehen einfach kritiklos.
Ganz grässlich sind Wortverbindungen mit englischen
Zeitwörtern.
Download ist ein solches. Ich las unlängst :“ wenn Sie dieses Musikstück
downgeloadet haben....“. Oder „hier ist ihr Download“.
Bastarde aus deutscher Biegung und englischem Grundwort oder ein englisches
Zeitwort als „deutsches“ Hauptwort verunstaltet – ein Kauderwelsch, das immer
unverständlicher wird.
Einmal mehr sei es gesagt : ja zum Erlernen einer Fremdsprache, vorzugsweise Englisch. Aber aller Widerstand gegen ein Mischmasch aus deutschen und englischen Brocken, wie es Medien und Werbewirtschaft verwenden zu müssen glauben.
Auch hier . Bewusstmachen von Bedeutung, Inhalt, Schönheit und Treffsicherheit unserer Sprache ist die wesentliche kulturpolitische Aufgabe, der sich endlich auch Bildungseinrichtungen und staatliche Organe widmen sollten.
O.Univ.Prof. Dr. Werner Pfannhauser